Artist Statement – Saskia Niehaus

Salto vitale – Individuelle Mythologien des Lebendigen

Meine Arbeit entsteht aus dem Körper. Aus Wahrnehmung, Bewegung, Rhythmus, aus dem, was sich durch meine Hände, Material und Linie einen Weg ins Sichtbare bahnt. Die Zeichnung ist dabei Ursprung und Melodiengeberin: Mittel zur Erkundung von Welterfahrung und zugleich autonomes Werk. Von dort öffne ich den Raum in viele Richtungen – ins Malerische, Skulpturale, Installative, Objekthafte bis ins Musikalisch-Performative, um immer wieder zur Linie zurückzukehren. Für mich ist das alles verwandt: Skulpturen sind auch zeichnerisch, sowie malerisch gedacht, Zeichnungen können monumental bis voluminös wirken. Alles ist Bewegung in unterschiedlicher Dichte.
Im Zentrum meines künstlerischen Wirkens steht die Erkundung von Körperlichkeit, Beziehung und der biologisch-energetischen Beschaffenheit unserer Lebenswelt. Es berührt das Mysterium der Kreatur in ihren widersprüchlichen Erscheinungsformen, Verzückungen,     Abgründen und Monstrositäten. Vertrauensbildendes, Verstörendes, Betörendes und Erheiterndes gehören für mich zusammen auf den künstlerischen Tanzboden. Ich arbeite mit spielerischem Ernst: humorvoll und hintersinnig, zugleich tief aufmerksam. Profanes berührt Heiliges, Leichtigkeit trifft Schwere. Genau in dieser Vermählung entsteht eine Bildsprache, die klar ist und doch ein Geheimnis in sich trägt.
Meine Werke entstehen aus einem Hin-und-Her von Setzung und Abwägung, Folgen und Verändern, bis ein unverwechselbar stimmiger Ausdruck gefunden ist. Neben der figurativen Ebene ist eine abstrakte unverzichtbar: die Rhythmen von Linien und Flächen, Farbklänge, Schichtungen sind vergleichbar einer Melodie, die sich aus der spontanen Abfolge von Tönen formt. Manchmal setzt Farbe den Ton und daraus wächst die Linie; manchmal genügt eine Linie, und eine Figur ist da – als Bewegungsimpuls, Zustand, Erinnerung.
Jede Arbeit wird für mich zu einem neuen Geschöpf, einem Gegenüber. Gelingt ein Werk, ist darin eine eigenständige Entität spürbar. Diese Haltung wurzelt auch in frühen Erfahrungen: als Kind fand ich oft aus dem Nest gefallene Jungvögel, versuchte sie aufzupäppeln, erlebte ihre Verletzlichkeit und zugleich eine fast monströse Lebenskraft: Lebenshunger! Diese Nähe zum Zerbrechlichen und Unbändigen prägt mein Sehen bis heute.
Ich schaffe Arbeiten, die nicht illustrieren, sondern eröffnen und verdichten: unmittelbare Zugänge zu Gefühl, Körperlichkeit und zur Ekstase des lebendigen Seins. Ich wünsche mir eine Welt, in der Eigenart, Verletzlichkeit und Körperlichkeit nicht normiert und wegkontrolliert werden, sondern als facettenreiche Zustände von Lebendigkeit gelten. Wenn meine Kunst dazu beiträgt, dass wir uns selbst und anderen nicht kühler, sondern empfindsamer, mutiger und humorvoller begegnen – subjektiv, souverän, frei, sinnlich und nahbar verbunden – dann hat sie ihre Möglichkeiten des “in der Welt Seins” erfüllt.
Saskia Niehaus, März 2026

Saskia Niehaus * 1968 in Essen  
1989 – 1996: Studium an der Kunstakademie Münster bei Ludmilla v. Arseniew und Timm Ulrichs, Meisterschülerin

Preise & Stipendien (Auswahl)

2022

Zonta Art Award für Bildhauerinnen aus dem Rheinland

2017

„Artist in Residence,Villa Cipriani,Georg-Klusemann-Stiftung Balbano

2013

„Artist in Residence Galerie Skulpturale Lindau

2012

Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln

2011

Artist in Residence Lichtenbergstudio Berlin

2009

Stipendiatin Denkmalschmiede Höfgen Grimma


2012 – Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln
2011 –
2009 –
2006 – Katalogförderung „Licht im Wasser“ Stiftung Kunst und Kultur NRW
2004 – Villa Massimo-Stipendiatin in der Casa Baldi Olevano Romano
2003 – Joseph und Anna Fassbender-Preis Brühl, art-up-Cologne-Förderpreis  Rotary-Club Köln-Ville
2001 – Albert-Stuwe-Preis für Zeichnung Ennigerloh
2000 – Gastkünstlerin Villa Romana Florenz
1999 – Stipendiatin auf Schloß Ringenberg, Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn
1996 – Europareisestipendium Rom, Stipendiatin im Künstlerdorf, Schöppingen

Vita

Saskia Niehaus * 1968 in Essen  
1989 – 1996: Studium an der Kunstakademie Münster bei Ludmilla v. Arseniew und Timm Ulrichs, Meisterschülerin


Preise, Stipendien, Aufenthalte (Auswahl)

2022

Zonta Art Award für Bildhauerinnen aus dem Rheinland

2017

„Artist in Residence,Villa Cipriani,Georg-Klusemann-Stiftung Balbano

2013

„Artist in Residence Galerie Skulpturale Lindau

2012

Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln

2011

Artist in Residence Lichtenbergstudio Berlin

2009

Stipendiatin Denkmalschmiede Höfgen Grimma


2012 – Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln
2011 –
2009 –
2006 – Katalogförderung „Licht im Wasser“ Stiftung Kunst und Kultur NRW
2004 – Villa Massimo-Stipendiatin in der Casa Baldi Olevano Romano
2003 – Joseph und Anna Fassbender-Preis Brühl, art-up-Cologne-Förderpreis  Rotary-Club Köln-Ville
2001 – Albert-Stuwe-Preis für Zeichnung Ennigerloh
2000 – Gastkünstlerin Villa Romana Florenz
1999 – Stipendiatin auf Schloß Ringenberg, Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn
1996 – Europareisestipendium Rom, Stipendiatin im Künstlerdorf, Schöppingen

Vita

Saskia Niehaus * 1968 in Essen  
1989 – 1996: Studium an der Kunstakademie Münster bei Ludmilla v. Arseniew und Timm Ulrichs, Meisterschülerin


Preise, Stipendien, Aufenthalte (Auswahl)

2022

Zonta Art Award für Bildhauerinnen aus dem Rheinland

2017

„Artist in Residence,Villa Cipriani,Georg-Klusemann-Stiftung Balbano

2013

„Artist in Residence Galerie Skulpturale Lindau

2012

Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln

2011

Artist in Residence Lichtenbergstudio Berlin

2009

Stipendiatin Denkmalschmiede Höfgen Grimma


2012 – Dormagen-Guffanti-Stipendiatin Köln
2011 –
2009 –
2006 – Katalogförderung „Licht im Wasser“ Stiftung Kunst und Kultur NRW
2004 – Villa Massimo-Stipendiatin in der Casa Baldi Olevano Romano
2003 – Joseph und Anna Fassbender-Preis Brühl, art-up-Cologne-Förderpreis  Rotary-Club Köln-Ville
2001 – Albert-Stuwe-Preis für Zeichnung Ennigerloh
2000 – Gastkünstlerin Villa Romana Florenz
1999 – Stipendiatin auf Schloß Ringenberg, Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn
1996 – Europareisestipendium Rom, Stipendiatin im Künstlerdorf, Schöppingen